
Wracktauchgang zur ElnaHornbæk, 2007-09-30, Arnold Knott
Nachdem leider gestern die Tour zur MS Martina, einem Wrack nahe der schwedischen Küste wegen typisch dänischem Regenwetter und viel mehr Wind als sonst ausfiel, schaffte ich es heute zum ersten Mal in meinem zweiten Zuhause unter Wasser zu kommen. Die Tour war vom Vedbæk Sportsdykkerklubben organisiert, bei denen ich jetzt auch schon zweimal am freien Training am Freitagabend teilnahm. Hier ein paar Fotos vom Klubhaus, eine gemütliche Strandvilla direkt oberhalb des Sandstrandes und neben der Marina und den beiden Booten:Das Schlauchboot hat einen 115 PS Motor und Vorbereitungen zur Aufnahme von 8 Tauchausrüstungen sowie einen praktischen Führerstand mit GPS und Echolot. Wir trafen uns um 9.00 Uhr am Klubhaus und luden unsere Ausstattung (ausschließlich Weicheitrockitaucher, davon drei mit Wingjacket und davon zwei mit Doppel-12) und die Ausrüstung für das Schlauchboot in zwei Autos ein und um, da die Parkplätze an unserem Abfahrtshafen begrenzt waren. Nachdem wir RIB an seinem Parkplatz mitten im Wald eine neue Batterie verpassten ging es ab zum Hafen nach Hornbæk:Übersicht Nordsjælland und Südschweden (roter Pfeil war der Ausgangspunkt der heutigen Tour)Dort angekommen war das Boot zackig im Wasser, die Ausstattung zügig zusammengeschraubt und unsere „mådpakken“ (Brotzeitpacket mit „smørbrød“, das so gut schmeckt wie man es sich selber macht, weil der Schlauchbootschiffskoch gerade „ferie“ hatte ;-) ) verstaut.Nur vier Seemeilen nördlich des Hafens hatten wir sechs unser Ziel schon erreicht: die Elna, ein 25 bis 30 Meter langes Holzboot, das vor ca. 10 Jahren sank / gesunken wurde (?!?) als es in den naheliegenden Hafen von Gilleleje geschleppt werden hätte sollen. Mit Hilfe des GPS und des Echolots ist das Auffinden des Wracks ein Kinderspiel. Getaucht wurde sequentiell in drei Zweiergruppen, wobei immer mindestens zwei Leute an Board blieben. Das hatte zwei gute Gründe: erstens sind die Doppelpacks schwer alleine ins Boot zu bringen, und zweitens herrscht im Ørsund richtig reger Schiffsverkehr und so ein Schlauchboot ist schnell mal durch die Schraube eines Tankers gedreht! ;-)Das Wrack liegt auf ca. 25 Meter, wobei jede Gruppe einen Tauchgang machte, der meinem Tauchcomputer zufolge knapp an der Deko vorbeiging (exakt wie geplant 30 Minuten Grundzeit) und 8 Minuten zum Auftauchen. Der Bug des Holzschiffes ist vollständig erhalten und die durch die Lucken lässt sich schön in das Innere leuchten. Die Mitte des Wracks ist vollständig zersplittert, während das Heck andeutungsweise erhalten ist. Ein Prunkstück ist der vollständig erhaltene Schiffsdiesel, der vollkommen aufrecht in den Teilen steht.Am Bug des Schiffes leben ein paar Putzerfische, und ein mittlerer Taschenkrebs. Am Heck fanden wir eine freischwimmende „blåstråde“ (keine Ahnung, was das auf Deutsch heißt: es war ein schöner roter Fisch mit blauen Punkten) sowie eine sich versteckende „berglytta“. Das tierische Highlight des Tauchgangs fand mein Tauchbuddy Allan am technischen Highlight: am Ansatz der Welle des Motors war ein richtig großer Taschenkrebs. Generell ist das Wrack von vielen Schwämmen bewachsen und mit ausreichender Beleuchtung stellt es ein prachtvolles Farbenspiel dar.Die Sicht mit ca. 7 Meter war recht gut für Ørsund-Verhältnisse und entsprechend gut war das Wetter an der Oberfläche: es regnete nur einmal bei der Ausfahrt. Beim Auftauchen hatten wir sogar das Vergnügen uns beim Sicherheitsstopp von der Sonne blenden zu lassen.Kaum hatten wir das „gummibåd“ (Schlauchboot) wieder an seinem „Parkplatz“ im Wald verstaut und waren wir am Klubhaus zurückgekommen, schüttete es wieder aus Kübeln. Die Benzinkosten für das Boot wurden geteilt und der Verein erhebt für eine Schlauchbootfahrt eine Gebühr von ca. 3 €. Für Nichtmitglieder kostet es das Doppelte, wonach ich inklusive Benzin einen für dänische Verhältnisse fairen Preis von 20 € zahlte.Ganz nebenbei habe ich noch fünf nette gut tauchende Dänen kennengelernt, mit denen ich gerne wieder rausfahre, was auf Gegenseitigkeit beruht. Der Verein fährt in der Sommersaison jeden Donnerstagabend und Samstag sowie Sonntag raus. Im Winter versuchen sie je nach Witterung einen Ausfahrt pro Wochenende zu machen.Schönen Gruß aus dem wunderschönen Norden Europas, der auch unter Wasser so „dejlig“ (schön) ist wie Land und Leute!
Euer Arnold
