1. Niederbayerischer Tauchsportclub Plattling e.V.
FOTOS/BERICHTE
Gardaseeurlaub 2004
Von Gudrun Schwenk/Fotos

Als ich mich am 24. Oktober, einem verregneten Sonntagmorgen, wie jede Woche auf den Weg ins Hengersberger Hallenbad machte um am Tauchtraining teilzunehmen, wusste ich noch nicht, dass dieser Tag meine Urlaubsplanung für die Herbstferien total durcheinander bringen würde. Noch ein bisschen verschlafen und lustlos des schlechten Wetters wegen planschte ich im Wärmebecken und spitzte die Ohren, denn Patricia, Walter, Philip, Rainer, Fabian und Pfass sprachen über ihre Reise an den Gardasee. Zugegebenermaßen war ich ein bisschen neidisch, denn es schien so, als sollte ich meine Ferien zu Hause verbringen und als sich Philip beschwerte, er würde lieber einmal nach Ägypten fliegen, konnte ich mich nicht mehr zurückhalten und gab zu erkennen, dass ich sehr, sehr vieles tun würde, um mit an den Gardasee fahren zu dürfen.

Mein Wunsch wurde anscheinend erhört, denn noch am selben Tag erhielt ich einen Anruf von Patricia und sie fragte mich, ob ich nicht Lust hätte mitzukommen, da noch ein Platz frei sei. Meine morgendliche Trägheit verwandelte sich in Sprachlosigkeit und ich konnte mein Glück kaum fassen.

Die letzte Schulwoche verging viel zu langsam und ich verbrachte sie damit, nachzudenken, was mich wohl am Gardasee erwarten würde, denn ich wusste nur, dass Patricia und Walter ein Grundstück mit Wohnwagen besitzen und das es eine Art Camping-Urlaub werden sollte.

Am Freitag den 29. Oktober war es dann endlich soweit. Nach einer ca. 8-Stündigen Fahrt kamen wir, ziemlich müde, aber voller Vorfreude in Manerba an, und wurden feierlich von Walter und Rainer begrüßt, die schon einen Tag da waren und unsere kleine Tauchbasis, die aus einem großen Zelt bestand, aufgebaut hatten. Dort verstauten wir unsere Tauchanzüge, Automaten, Taucherflaschen, den Kompressor und sonstige Utensilien, die zum Tauchen dringend notwendig sind. Direkt neben unserer „Basis“ befand sich ein Wohnwagen, indem der männliche Teil der Reisenden untergebracht war. Patricia und ich hingegen wohnten in einem kleinem Haus, bei einem „einheimischen“ namens Silvio, der sich sichtlich über unsere Ankunft freute. Getrennt wurden Haus und Wohnwagen nur durch dessen Vorzelt, welches uns als Aufenthaltsraum diente. Zum Glück enthielt es eine Gasheizung, so konnten wir trotz anfänglichem Regen und kaltem Wetter, im Warmen und Trockenen frühstücken, uns in Ruhe unterhalten und gemütliche Abende bei einigen Gläsern Rotwein verbringen.

Nachdem ich meine Taschen ausgepackt hatte, gingen wir, wie jeden Abend, zum Essen und ließen uns von der italienischen Küche mit Pasta und Pizza verwöhnen, was auch der Grund für einige Kilos mehr war, die wir auf der Heimreise im Schlepptau hatten.

Am 2. Tag des Urlaubs erwartete mich eine große Überraschung. Ich konnte meinen Augen kaum trauen, als ich das Boot sah, dass uns nun jeden Tag an diverse Tauchplätze bringen sollte, denn es glich einer kleinen Yacht. Der dunkelblaue Anstrich passte perfekt zu den schneeweißen Sitzflächen und der Stauraum reichte leicht aus, um unsere Tauchausrüstungen zu verstauen. Außerdem diente ein Echo-Lot, um die Tiefe der Tauchplätze zu bestimmen und ein „Fish-Finder“ wies uns jede Kleinigkeit auf, die unter Wasser schwamm. Wir konnten es gar nicht erwarten dieses Boot in voller Aktion zu sehen, rafften unsere Ausrüstungen zusammen und fuhren samt Boot Richtung Gardasee, der ca. 10 Minuten von unserem „Camp“ entfernt war. Das Boot wurde ins Wasser gelassen und 5 Minuten später tuckerten wir auch schon gut gelaunt über den See. Ich nutzte die Zeit, um mir einmal eingehend die Umgebungen anzusehen und was ich da sah, war wunderschön. Die Weite des Sees glich einem Meer, das seidig glatte Wasser hatte die Form von Öl und wurde von einer unglaublichen Landschaft umgeben, auf der mächtige Berge durch saftige, grüne Wälder verziert wurden. Hier und da sah man noch einen Angler am Ufer sitzen, der die letzten Sonnenstrahlen genoss und träumend auf den See blickte. Noch staunend, wandte ich meinen Kopf wieder in Fahrtrichtung und erblickte eine Insel, die nur aus einem wunderschönen Schloss und dessen Garten mit hohen Bäumen bestand. Fernab vom Schloss bellten ein paar Hunde und ich fühlte mich in die Zeit der Burgen und Schlösser zurückversetzt, bis das Boot stoppte und wir an unserem Tauchplatz, dem Altarfelsen angekommen waren. Es fiel mir schwer meine Augen von dieser Umgebung und dem Schloss zu wenden, aber ich war doch sehr auf meinen ersten Tauchgang hier gespannt. Zumal man glauben konnte unser Echo-Lot hätte einen Fehler, denn obwohl wir nur sehr langsam fuhren, sprang es von Tiefen wie 30 Meter unerwartet auf 100 Meter, auf 15 Meter und wieder auf 150 Meter. Mir wurde erklärt, dass das ein Zeichen von mächtigen Steilwänden war und meine Spannung stieg immer mehr an. Wir teilten uns in 2 Gruppen auf und Philip diente uns als Bootswache, da er wegen seiner Armvervrletzung leider nicht tauchen konnte. Die erste Gruppe hieß Pfass, Fabian und Patricia, und da ich in die 2. Gruppe eingeteilt wurde, die aus Rainer, Walter und mir bestand, konnte ich es zuletzt nicht mehr erwarten endlich unter Wasser zu sein. Was sich mir da bot, war gigantisch. Die Steilwände ragten unendlich in die Tiefe. Sie waren übersäht mit Milliarden von Muscheln und das Wasser war glasklar und etwas tiefer, dunkel wie die Nacht. Diese unendliche Tiefe zog mich in ihren Bann und ich wünschte mir, für immer an diesen Steilwänden entlang zu schweben.

Auch den anderen sah man förmlich an, wie fasziniert sie von dieser Unterwasserwelt waren, denn wir machten uns nach dem Tauchgang sofort auf den Weg noch mehr geeignete Tauchplätze zu finden.

Da diese Steilwände natürlich zum Tieftauchen bestens geeignet sind, wurde dies, wie sollte es auch anders sein, von Pfass und Rainer voll ausgenutzt! Sie erstellten einen Tauchgang von 16 Minuten auf 83 Meter und führten diesen genau nach Plan durch, was ohne Komplikationen funktionierte. Die beiden berichteten, dass die Steilwände faszinierend seien und der Gardasee ein idealer Ort zum Tieftauchen wäre.

Ein kleiner Höhenpnkt des Urlaubs war für mich sicherlich mein Wracktauchgang in Saló. Er bestand aus drei Booten, die nacheinander, immer tiefer angeordnet waren, wobei sich das tiefste Boot auf 30 Metern befand. Es machte richtig Spass dort zu tauchen, denn die Wracks waren perfekt miteinander verbunden, so stellte es keine Schwierigkeit da, diese zu finden und sie genau zu erforschen. Außerdem dienten 3 Plattformen dazu, die Tauchstops einzuhalten und den Weg zurück ans Ufer zu finden.

Tauchplätze wie der Altarfelsen, Salò, Isola de Garda oder die gelbe Villa, ließen die Woche wie im Fluge vergehen und lassen uns nun auf einen erlebnisreichen Tauchurlaub zurückblicken.

Am letzen Tag wurde unsere Tauchbasis abgebaut, das Boot geputzt, die Ausrüstungen gepackt, der Kompressor endgültig abgeschaltet und im Anschluss in einen Kleinbus mit Anhänger geladen. Ich blickte mich noch einmal um, verabschiedete mich mit Dank von dem immer freundlichen und lachenden Silvio, bevor ich traurig die Heimreise antrat.

Ich bin überglücklich, dass ich diese Woche erleben durfte und möchte mich noch einmal ganz herzlich bei Patricia und Walter bedanken, dass sie mich eingeladen haben und somit einen wunderbaren und erlebnisreichen Tauchurlaub ermöglicht haben.

(Gudrun)

Team Am Steg

Gudrun Am Boot

Basis Rainer

Pfass Walter