
Tauchurlaub Malediven,
März 2004
Wenn einer eine Reise tut, dann hat er was zu erzählen. Dieses Sprichwort möchte ich mir zum Anlass nehmen und ein klein wenig von meinen Eindrücken und Taucherlebnissen erzählen, die ich bei meinem letzten Urlaub auf der maledivischen Insel Sun-Island im Süd-Ari-Atoll erleben durfte. Nalaguraidhoo, so heißt die Insel auf maledivisch, die 1,6 km lang und 450 Meter breit ist. Angereist sind wir von Male (Hulule) aus mit dem Wasserflugzeug. Bei dem 30 Minuten dauernden Flug hatten wir einen herrlichen Blick auf die vielen Inseln mit ihren Korallenriffen. Wie Spiegeleier erscheinen die einzelnen Inseln beim Betrachten aus der Luft. Die Insel Sun-Island kann man getrost auch als Luxusinsel bezeichnen. Sie verfügt über viele Einrichtungen, die man meiner Meinung nach auf einer maledivischen Insel nicht unbedingt braucht. So gab es z.B. eine Squashhalle, einen Fitnessraum, eine Spielhalle, eine Geschäftsarkade und so weiter, usw.
Die Annehmlichkeiten der Insel möchte ich aber bei einem Tauchbericht nur auf einen kurzen Nenner bringen: Essen war hervorragend, Unterkunft im Super-deluxe-Bungalow sehr komfortabel. Die Kellner und sonstigen Bediensteten immer freundlich und zuvorkommend. Somit hat das ganze Drumherum gepasst.
Zum Tauchen: Das Tauchsportcenter konnte über einen ca. 200 Meter langen Steg erreicht werden. Auch hier besticht die großzügige und gute Ausstattung. Für jeden Taucher stand ein absperrbarer Spind zur Verfügung. Es gab zwei Trockenräume für die Aufbewahrung der Ausrüstung, sowie verschiedene Spülbecken für Automaten, Anzüge usw. Die Boote ankern direkt am Steg neben der Tauchschule, so dass es keinerlei Schlepperei des Tauchgerätes bedarf.
Die angestellten Tauchguides kommen aus aller Herren Länder. Am coolsten waren meiner Meinung nach aber die maledivischen Guides. Den Checkdive mussten wir am Hausriff absolvieren. Am Hausriff reicht ein Tauchgang. Ansonsten lohnt es am Hausriff zu schnorcheln. Da kann man eigentlich auch alles genauso gut sehen. Allerdings rentiert es sich immer wieder am Hausriff auf Erkundungstour zu gehen. Mein Tauchpartner Heinz und ich waren ahnungslos unterwegs und ließen uns von der leichten Strömung in östliche Richtung treiben, als mich plötzlich von hinten ein Gigant überholt. Ich schaue nur noch wo schwimmt der Heinz gerade, dass auch er diesen Anblick genießen kann. Ein ca. acht Meter langer Walhai schwimmt am Hausriff an uns vorbei ohne uns zu beachten. Ich hatte gottlob meine UW-Kamera dabei um dieses unglaubliche Erlebnis auch festhalten zu können. Wir sind noch einige Minuten mit ihm mitgeschwommen. Allerdings war er uns dann doch zu schnell, so dass wir erschöpft aber sehr aufgeregt und freudestrahlend zum Mittagessen gehen konnten. Unsere Frauen haben es uns sofort am Gesichtsausdruck angesehen, dass wir etwas Außerordentliches gesehen haben. Dies war aber nicht die Einzige Begegnung mit einem Walhai. Auch beim Rausfahren mit dem Tauchdhoni hatten wir nochmals das Glück 15 Minuten mit einem dieser Riesen zu schnorcheln. Das Grandiose dabei war, dass ein zweiter Walhai die Bahn kreuzte und unsere Tauchgruppe sich aufspaltete. Das ist schon Taucherglück pur. Es gab während des 14-tägigen Urlaubes auf der Insel fast keinen Taucher, der keine Walhaibegegnung zu vermelden hatte. Würde man die Schilderungen zu den Erlebnissen unter Wasser aber nur auf die Walhaibegegnungen beschränken, dann wäre dieser Bericht nicht nur oberflächlich, sondern auch nicht vollständig wegen der vielen Schönheiten im Korallenriff. Natürlich gehörten zu den absoluten Höhepunkten die Tauchgänge am „Mantapoint“. Wir hatten bei einem „Early morning“ das große Glück, nicht nur einem der Riesen zu begegnen, sondern es waren vielmehr acht Exemplare, die ihre Runden den vollen Tauchgang lang um uns Staunende drehten. 15 Taucher hingen nebeneinander an den Steinkorallen und ließen sich von den Eindrücken fesseln, die die „Teufelsrochen“ in jedem Taucherherz erzeugten. Es ist mir gelungen mit der Digitalkamera mitten in das offene Maul zu fotografieren – super toll. Man konnte die einzelnen Barten sehen, durch die das zahlreiche Plankton und der Krill vom Manta-Rochen gefiltert wird. Auf vier bis fünf Meter Flügelspannweite brachten es diese schwebenden Riesen, die die Sonne verdunkelten, wenn sie über die Taucherköpfe drüber „flogen". „Look at the small thing´s“ diese Losung gab mir mein Sohn vor dem Reiseantritt mit. Auch darüber gäbe es eine Menge zu berichten. Nacktschnecken, Clowns-Fische in bunten Seeanemonen, Federsterne, Putzergarnelen usw., usw. Man konnte sich nicht satt sehen an der Artenvielfalt. Die verschiedensten Muränentypen wie z.B. die braune Riesenmuräne, die große Netzmuräne und viele verschieden aussehende Muränenarten sollten hier genau so erwähnt werden, wie auch die zahlreiche Begegnung mit den Königen des Riffes, den Weißspitzen- und den grauen Riffhaien. Wir haben Barracudas als Begleiter gehabt, ob als Respekt einflößende Einzelgänger, oder kleinere Tiere in Schulen mit rund 100 Exemplaren. Jeder Tauchgang ließ immer wieder auf etwas Besonderes hoffen.
Der Artenreichtum ist derart groß, dass es absolut unmöglich wäre, dies in einer kurzen Urlaubserzählung reinzupacken. Darum beende ich meinen Bericht mit einem abschließenden Fazit.
Auf den Malediven einen Tauchurlaub durchzuführen ist es nach wie vor sehr lohnenswert. Die Unterwasserwelt erholt sich langsam. Es gibt teilweise total tote Riffe. Aber es gibt auch Riffe, die einen nur noch staunen lassen ob ihrer Schönheit und Vielfalt. Allen die auf den Malediven ihren Urlaub planen, wünsche ich schöne, unfallfreie und erholsame Tauchgänge.
(Edwin Schedlbauer)