1. Niederbayerischer Tauchsportclub Plattling e.V.
FOTOS/BERICHTE
WEG IN DIE TIEFE ODER
WIE EIN SEGLER INS WASSER KAM

Prolog
Was gehört zu den wichtigsten Dingen im Leben?
Zuallererst einmal, dass man gesund ist und Arbeit hat, weiterhin, dass man nicht allein ist, umgeben von Familie und Freunden, dass man seinen Platz hat im Leben und in der Welt. Dazu gehören natürlich auch gewisse Annehmlichkeiten wie: gute Ausbildung, eine schöne Wohnung, Führerschein, Auto und was noch?

Braucht der Mensch auch noch einen Tauchschein?
Bisher war ich als Segler der Meinung, etwas derartiges nicht nötig zu haben, bis dahin fehlte mir ein solcher Schein nicht, noch schien es mir wichtig, so etwas haben zu müssen und wenn man es genau nimmt, wusste ich eigentlich nicht viel davon.
Und doch – eines schönes Tages ist es Dienstag und ich sitze in einem Kurs, an dessen Ende ich genau diese Lizenz haben soll. Aus der ersten Neugier wurde erstauntes Interesse für diesen Sport.
Mittlerweilen bin ich unterwegs, mit den Tauchsportkameraden, für mich jedenfalls, fremde Gewässer zu erkunden. Na ja – das tarieren werde ich auch noch lernen.

Jedenfalls erwartet uns am 04.September 2004 der Walchensee mit Regen. Mit dabei: Pfefferl Fred, Knott Arnold, Führmann Manfred, Koch Günter, Pilar Lars, Häring Georg, Franke Melanie, Grill Britta, Veit Karl, Wolfahrt Stefan, Lausser Achim, Siker Manuela, Leutzinger Martin, Steininger Robert und Stenkala Erich.

DER WALCHENSEE
Der Walchensee liegt auf ca.803 m Meereshöhe und ist von bewaldeten Bergen umringt. Mit einer Länge von 7 km und einer Breite von 4 km misst er insgesamt 1 600 000 qm und mit einer Tiefe von ca.200 m Deutschlands tiefster See. Um den Walchensee ranken sich viele Mythen. So soll ein millionenschwerer Zinnfigurenschatz im See liegen.

Nichts hält uns auf und so steigen wir am Südufer ins kalte Nass. Trotz schlechter Sicht, genieße ich die Tauchfahrt ins Unbekannte, erreiche mit Manfred eine gute Tiefe. Nach dem 2. Tauchgang verlegen wir unseren Aktionsbereich nach Einsiedel. Flaschen füllen und rein geht es mit Melanie, den Stegbereich der Schifferlfahrer zu erkunden, könnte ja sein, hier verloren gegangene Anker usw. zu finden. Fehlanzeige – schlechte Sicht weiterhin, oben nur Schmuddelwetter.

Das war´s ????
Nix da – Taucher geben niemals auf. Kurzum, ein Ortswechsel steht an und so zieht die Karawane weiter in Richtung Plansee. Dazwischen ein gemeinsames Nachtlager in einem Hotel, gutes Essen und Geschichten werden erzählt, davon erzähle ich irgendwann mal.

2.Tag
Für Überraschungen sind unsere Nachbarn aus Österreich berühmt. So knöpfte man uns neben den Parkplatzgebühren noch 2 Taler ab für die Liegewiesebenutzung und 9 Talerchen für die Tauchlizenz.

Hopsala – 7,50 € für das Füllen der Flaschen nicht vergessen. Fred entpuppt sich als Verweigerer, fragt nach der evtl. Gebühr für die normale Atemluft – negativ – die Luft ist noch (!) Gebührenfrei.

DER PLANSEE
Höhe 970 m üNN; Maximale Tiefe 78 m ;Länge 6,7 km ;Breite 1,4 km

Sichtweiten im Durchschnitt 8 bis 12 m Maximale Sichtweiten 25 m Maximale Temperatur im Sommer 20 bis 23 Grad Tauchgenehmigung erforderlich Tauchen nur in Tauchzonen erlaubt Tauchzone 1 (Kaiserbrunnen) Tauchzone 2 (Hotel Forelle) Tauchzone Campingplatz Sennalpe)

Mein erster Gedanke ohhh nein so eine Kuhbrühe, schon wieder Pech mit der Sicht!!? Nach einem Kantenabriss in 20 m Tiefe eine Sichtweite von 20 m. Herrlich - schwerelos, den Computer im Sichtbereich gleite ich an Manfreds Seite weiter abwärts. Die Tiefe stimmt und fast lautlos schweben wir an der steilabfallenden Uferwand entlang. Mag sein, die Zeit der Abenteurer und Entdecker ist vorbei, hier in der schier edlosen Weite der Tiefe erreicht man noch das Unbekannte und teilweise unerforschte Wasserreich.

Standen zu Beginn für mich beim Tauchen, sportliche Ambitionen und eine Mischung aus Neugier und Abenteuerlust im Vordergrund, so sind es nun immer stärker werdend die einzigartigen Naturerlebnisse, die mich hinuntertreiben, zu diesen entlegenen Regionen dieser wunderbaren Welt. Die Wasserwelt ist allumfassend, majestätisch und furchterregend zugleich. In allen anderen Lebensräumen ist der blaue Rand über dem Horizont stets durchbrochen, oder verschleiert, hier zeigt er sich allerdings in seiner ganzen unermesslichen Weite, unendlich viel weiter als hügelige Landschaften und Waldregionen.

Die Natur hier ist ungezähmt und schrecklich, dennoch wunderschön! Vielleicht ist es das Gegensätzliche, was die Tiefe so anziehend für mich macht. Mit diesen Gedanken geht es zurück..

Zurück vom Tauchgang, berichten die Teilnehmer von den Tauchgangerlebnissen.

2. Tauchgang mit Fred und Lars
„Tauchen oder nicht Tauchen“, dass ist hier die entscheidende Frage für mich. Fred, eigentlich ein netter Typ, aber er ist eben auch ein Arbeitskollege von mir, hat mir so manch „ SCHRECKLICHES“ angedroht. Nichts desto trotz, gehe ich dieses Wagnis ein. Bewaffnet mit einem extra scharfen Messerlein ( man weis ja niiiie - nicht) geht’s abwärts. 30 m sind genug und Lars fotografiert, was das Zeug hält. Krebse, Fische und seltsam aussehende Eisenskulpturen hier irgendwo im „Nichts“ werden für die Nachwelt festgehalten. Fühle mich geborgen im Verbund dieser Tauchergruppe und ein weiteres, tolles Tiefenerlebnis wird mir in Erinnerung bleiben

Bekanntlich beginnt irgendwo, irgendwie eine Geschichte und findet irgendwann sein Ende.

Und so schließe ich diese Berichterstattung mit einem Danke an den Verein, der mir mit seiner guten, fundierten Ausbildung den Zugang zur Unterwasserwelt ermöglicht hat und den Menschen, die mir mit Kameradschaft begegnen.

Glück Tief
Sigi

Walchensee Plansee

Mel Taucher

Taucher Britta

Krebs Spinne