
Aus einer Idee, die im Kopf von Richard entstand, wurde ernst. Wir gingen wandern. Nein, nicht an einem ebenen Weg entlang, sondern voll in den Bayerischen Wald, mitten durch einen "fast" undurchdringlichen Dschungel und letztendlich auch noch steil bergauf.
Angefangen hatte alles am Sonntag, den 12.10.08 um 8:00 Uhr. Zu dieser frühen, nebeligen Stunde trafen sich Martina und Richard Espertshuber, Sabine und Winfried Kurz, Carmen und Stefan Tessmer, Regine Saller, Günther Bräu sowie Gabi und Peter Porys, um den Falkenstein, gelegen im Naturpark Bayerischer Wald, zu erklimmen. Nicht zu vergessen, Lizzy, das noch weiße Wollknäuel von Carmen und Stefan. Nachdem wir Deggendorf hinter uns gelassen hatten, fuhren wir über die Rusel in Richtung Zwiesel. Nach einer halbstündigen Fahrtzeit kamen wir an unserem Ausgangspunkt, einem Parkplatz am Fuße des Falkensteins, an. Dieser Punkt nennt sich Weiße Brücke und liegt 660m hoch. Nachdem noch mal kurz der Plan für die Tour studiert und die Route festgelegt wurde, ging es auch schon los. Bis zur „Schwelle“, die in 990m Höhe liegt und über eine Forststraße zu erreichen ist, war die Strecke recht einfach zu begehen.
Nach einer kurzen Pause ging es dann richtig los. Wir hatten nun das steilste, aber auch das schönste Stück Weg vor uns. Ein Weg im klassischen Sinn war nicht mehr vorhanden. Man ging über Stock und noch mehr Stein, die ungeplant in der Gegend rumlagen. Ein nebeneinander war nur noch eingeschränkt möglich, die Landschaft immer urwüchsiger und wilder, die Schritte immer kürzer, und die Atmung immer lauter. Sobald man die Augen in die Umgebung schweifen lies, und die Landschaft betrachtete, war die Anstrengung vergessen. Wasserfälle mit kristallklarem Wasser, die Sonne, die den herbstlichen Wald in ein Wahnsinns Licht tauchte, einfach genial.
Über das so genannte Höllbachgspreng erreichten wir nach etwa zweieinhalb Stunden den höchsten Punkt vom Falkenstein. Das Schutzhaus in 1315m Höhe.
Nach dem Mittagessen und einem Weißbier machten wir uns, einigermaßen erholt auf den Rückweg. Wir entschieden uns über den Sulzschachten zu gehen, da dieser nicht ganz so steil nach unten führt. Winfried, der kurzerhand die Führung der Gruppe übernommen hatte, brachte uns trotz der Nichtbeachtung von Routenschildern (oder gerade deswegen) auf dem kürzesten Weg zu unseren Ausgangspunkt. Ein Wunder an Orientierung! Hier sieht man mal wieder, für was so ein Orientierungsbrevet, das er letztes Jahr ablegte, nützlich sein kann...
Nach insgesamt ca. 15km Wegstrecke, schweren Beinen und schmerzenden Knien (ich, zumindest) stiegen wir in die Autos ein, und fuhren nach Regen, um den schönen Tag bei einer Tasse Cappuccino und einem Stück Torte ausklingen zu lassen.
Nach meiner morgendlichen Skepsis (ich und wandern??) muss ich gestehen, dass es ein schöner erlebnisreicher Tag geworden ist, der nicht nur mir Spass brachte.
Peter Porys